Pickerl allgemein

Der Technik-Check des Fahrzeuges

b98f019faeNun einmal ganz ehrlich, wissen Sie, wie es um Ihr Fahrzeug wirklich steht? Bei der jährlichen Fahrzeugbegutachtung wird der Zustand Ihres Fahrzeuges auf Betriebs- und Verkehrssicherheit geprüft. Der Begutachtungstermin ist eine gute Gelegenheit, den aktuellen technischen Zustand Ihres Fahrzeuges feststellen zu lassen. Darüber hinaus leisten Sie einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz und zur Hebung der Straßenverkehrssicherheit in Österreich.

 

 

Das Pickerl schützt

eccc5ed122Denn Unfälle, verursacht durch technische Mängel am Kraftfahrzeug, dürfen im “High-Tech-Zeitalter” einfach nicht mehr passieren. Ganz abgesehen von menschlichem Leid, das mit einem solchen Unfall verbunden sein kann, bring dies auch haftungsrechtliche Folgen für den Fahrzeugbesitzer mit sich.

 

Tätigkeiten bei der Begutachtung

Die Begutachtung erfolgt ohne Zerlegungsarbeiten und zeigt den aktuellen technischen Zustand des vorgeführten Fahrzeuges.e010f7d303 Fehler werden aber nur bei jenen Punkten angezeichnet, dessen Mängel offensichtlich und objektiv erkennbar sind.

Die Beurteilung beinhaltet keine Prognose über den künftigen Zustand des Fahrzeuges oder dessen Haltbarkeit bis zum nächsten Prüftermin.
Jede Prüfposition wird exakt überprüft und im Gutachten angegeben. Überprüft wird auch die Vorschriftsmäßigkeit des Fahrzeuges (z.B. genehmigte Zusatzbeleuchtung, Reifendimension, Sicht/Verglasung usw.). Besonderes Augenmerk wird auf die Funktionstüchtigkeit all jener Komponenten gelegt, die maßgeblich an der Verkehrs- und Betriebssicherheit und Umweltverträglichkeit des Fahrzeuges mitwirken.

Pickerltermin bitte nicht vergessen

Einmal im Jahr ist die Fahrzeugbegutachtung gesetzlich vorgeschrieben und daher ein Pflichttermin. Wird Ihr Fahrzeug auf der Straße mit abgelaufener oder nicht (richtig) angebrachter Begutachtungsplakette erwischt, kann es teuer werden.
Gestraft wird auch dann, wenn Sie Ihr Fahrzeug ohne gültige Plakette auf öffentlichen Verkehrsflächen lediglich nur parken. Behalten Sie daher die Gültigkeit der Plakette im Auge und vereinbaren Sie rechtzeitig einen Termin in Ihrer KFZ-Werkstätte. Oder ganz einfach, nehmen Sie das Erinnerungs- und Informationsschreiben Ihrer Werkstätte zum Anlass, auch einmal an Ihr Auto zu denken. Nur damit nichts übersehen wird!

 

Darüber maximal 4 Monate

Für den Begutachtungstermin ist die erstmalige Zulassung Ihres Fahrzeuges ausschlaggebend. Dieser Monat ist durch die Lochung auf der Plakette ersichtlich.
Sie können Ihr Fahrzeug jeweils frühestens einen Monat vor bzw. spätestens vier Monate nach dem Monat der erstmaligen Zulassung (Plakettenlochung) begutachten lassen. Insgesamt steht Ihnen also ein Zeitraum von 6 Monaten für Ihren Werkstattbesuch zur Verfügung.

 

Die Begutachtungsplakette

Auf der weißen oder grünen Begutachtungsplakette (Pickerl) sind (1) das Kennzeichen, (2) die Plakettennummer und (3) das Monat und (4) Jahr (Fälligkeit) des nächsten Begutachtungstermins des Fahrzeuges eingestanzt. Bei (noch) nicht zugelassenen Fahrzeugen kann eine Begutachtung zwar erfolgen, die Begutachtungsplakette wird jedoch unter Vorweis des positiven Gutachtens von der Zulassungsstelle (Versicherung) ausgegeben.

Übrigens, wird eine gültige Plakette z.B. durch Scheibenabkratzen unleserlich oder durch einen Scheibentausch überhaupt entfernt, kann eine Ersatzplakette erworben werden. Das vorgelegte gültige Gutachten und der Zulassungsschein gelten dabei als Nachweis. Kann kein Prüfgutachten vorgezeigt werden, so ist eine Neubegutachtung notwendig.

 

Pickerl richtig picken

Begutachtungsplaketten sind am rechten oberen Rand (gesehen vom Fahrerplatz aus) auf der Windschutzscheibe anzubringen, bei einspurigen Kraftfahrzeugen (Motorräder etc.) an der rechten Seitenwand des Scheinwerfers oder an der rechten Vorderradgabel. Generell dürfen Pickerl nicht tiefer als 40 cm und nicht höher als 190 cm über der Fahrbahn angebracht werden. Üblicherweise bringt ohnehin Ihr KFZ-Fachbetrieb die Plakette an. Wichtig: Abgelaufene Begutachtungsplaketten sind zu entfernen.

 

Das Gutachten …

Auf dem Gutachten erkennen Sie, ob das Fahrzeug die Prüfung bestanden hat und welche Mängel gefunden wurden. Neben Fahrzeug-, Fahrzeughalterdaten und dem Monat der nächsten Begutachtung sind die Plakettennummern und -farbe (weiß oder grün) angeführt. Mit dem Begutachtungsstellen-Stempel, der Prüfstellennummer und Adresse der Prüfstelle ist das Gutachten nämlich “amtlich”. Obendrein wird das Gutachten noch vom Prüfer unterschrieben.

 

… bitte gut aufbewahren

Die Zulassung ist nur dann möglich, wenn das letztgültige Gutachten bei der Anmeldung vorgelegt wird. Das Gutachten ist deshalb unbedingt aufzubewahren und beim Verkauf des Fahrzeuges mitzugeben. Und geht das positive Gutachten einmal verloren, stellt die Begutachtungsstelle, welche die letzte Begutachtung durchgeführt hat, ein Duplikatgutachten aus.

 

Mängelbeurteilung

Die angeführten Mängel geben einen Aufschluss über den aktuellen technischen Zustand Ihres Fahrzeuges. Grundsätzlich wird zwischen leichten (L) und schweren (S) Mängeln unterschieden. In Sonderfällen können “Gefahr im Verzug” (GV) Mängel oder bei Lastkraftwagen (über 3,5 t hzGG) “Vorschriftsmängel” (VM) vorliegen.

 

Leichte Mängel

“Leichte Mängel” sollen auf bevorstehende, bald nötige Reparaturen oder den Austausch von Verschleißteilen hinweisen, noch bevor diese weitere Schäden anrichten können. Die Begutachtung muss bei leichten Mängeln noch nicht negativ sein. Sie können jedoch einen gesetzwidrigen Zustand des Fahrzeuges darstellen (z.B. Kennzeichenleuchtendefekt).

 

Schwere Mängel

Wurden “schwere Mängel” festgestellt, entspricht das Fahrzeug nicht den Erfordernissen der Umwelt und der Verkehrs- und Betriebssicherheit. Die Begutachtung ist negativ. Das Fahrzeug sollte unverzüglich repariert oder außer Betrieb gesetzt werden. Der Fahrer muss andernfalls bei Kontrollen durch die Exekutive mit Anzeigen, Abnahme der Kennzeichen, und unter Umständen sogar mit einem Versicherungsregress im Schadensfall rechnen. Sind die beanstandeten Mängel behoben, so werden diese bei der neuerlichen Begutachtung als behobene Mängel angeführt und das Fahrzeug erhält eine positive Beurteilung.

 

Gefahr im Verzug Mängel

“Gefahr im Verzug Mängel” weisen darauf hin, dass Ihr Fahrzeug einen sehr gefährlichen Defekt hat und Sie dadurch Ihre Sicherheit gefährden. Durch die Unterschrift am Gutachten bestätigen Sie, dass Sie über diesen (lebens)gefährlichen Defekt am Fahrzeug informiert wurden. Logisch, dass Sie nicht Leib und Leben riskieren und noch vor der Weiterfahrt diese Mängel gleich an Ort und Stelle reparieren lassen!

 

Die Prüfstellen der KFZ-Betriebe bürgen für Qualität

Bevor ein KFZ-Betrieb § 57a-Begutachtungen durchführen darf, muss er zahlreiche Qualitäts- und Ausstattungskriterien erfüllen, die bei einem behördlichen Verfahren und der Kontrolle des KFZ-Betriebes überprüft werden. Bei dieser “Betriebsprüfung” werden einerseits die persönlichen Voraussetzungen, die Vertrauenswürdigkeit sowie die Art und Dauer der Berufsqualifikation (z.B. KFZ-Techniker-Meisterprüfung) der tätigen Personen und andererseits das Vorhandensein der technischen Einrichtungen der künftigen Prüfstelle kontrolliert. Ermächtigte Prüfstellen sind an einer großen Plakettentafel – grün oder weiß – mit der Aufschrift “Prüfstelle” zu erkennen.

 

Gut ist, was auch überprüfbar ist

Damit auch weiterhin die Fahrzeugbegutachtung objektiv und unabhängig bleibt, werden ständig behördliche Betriebsbesichtigungen und Revisionen durchgeführt. Jeder begutachtende KFZ-Reparatur-Fachbetrieb muss die gültigen Qualitätskriterien erfüllen.